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aktualisiert am 25.12.2010

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Erfolg im WTC 2

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DER FLUG INS NEUE LEBEN: ERFOLG IM WTC!

Ich heisse Cinzia, bin 28 und wohne in der Schweiz. Vor zwei Monaten bin ich aus NY zurückgekommen , wo ich mich im WTC behandeln liess und geheilt wurde...

Aber ich beginne von vorne:

Ab meinem 12. Lebensjahr wurde ich jahrelang wiederholt sexuell missbraucht, jedoch ohne Penetration. Schon als ich 15 war, merkte ich, dass mit mir etwas nicht stimmte. Ich konnte keine Tampons einführen. Später merkte ich, dass bei mir eine gynäkologische Untersuchung nicht möglich war und Geschlechtsverkehr noch weniger...

Im Jahre 2002 lernte ich meinen Mann kennen. Nach einiger Zeit entschlossen wir, zu einem Sexuologen zu gehen. Der Therapeut sagte, mein Problem sei Vaginismus. Er gab mir eine Heilchance von 30%...ich bin nur dreimal gegangen, ich dachte ich gehöre sicher zu den anderen 70%...! Wir liessen das Problem vorerst ruhen und dachten, es wird schon der Tag kommen, wo es mit dem Geschlechtsverkehr klappen wird. Im 2004 entschlossen wir zu heiraten und wieder hofften wir, dass es jetzt sicher klappen würde, so naiv...! Noch vor der Heirat begann ich eine Psychotherapie, die mir in vielen Sachen weiterhalf, aber nicht bezüglich Vaginismus.

Letztes Jahr entdeckte ich die Website des Women's Therapy Center (WTC) in New York. Die Berichte behandelter Patientinnen beeindruckten mich total. In mir keimte wieder Hoffnung, dass es für mein Problem doch irgendwo auf dieser Welt eine Lösung gab. Die Berichte waren sehr befreiend. Endlich wusste ich, dass es sehr viele Frauen gibt, die unter Vaginismus leiden. Und alle fühlen sich mit ihrem Problem schrecklich alleine und isoliert. Die Vorstellung, nach New York zu fliegen war für mich trotzdem verrückt. Mein Mann und ich wussten auch, dass so eine Reise sehr teuer würde und wir waren der Überzeugung, dass es doch in Europa, vielleicht sogar in der Schweiz ein Zentrum geben muss, das Vaginismus behandelt. So suchte ich weiter im Internet und fand bald darauf die neu aufgeschaltete Website von einem Zentrum in Basel. Die Website war sehr überzeugend. Es tönte so, dass dieses Zentrum in etwa das Gleiche anbietet wie das WTC, nur viel günstiger. So entschied ich mich für das Zentrum in Basel und ab Februar 2007 ging ich zweimal pro Woche dorthin. Die Therapeutin arbeitet mit dem Amielle-Set und mit Beckenbodenübungen. Ich war begeistert, dass ich überhaupt etwas in meine Vagina einführen konnte! Bei der dritten Grösse bekundete ich grosse Probleme. Es gab immer wieder auch Tage, wo ich wiederum gar nichts einführen konnte. Da diese Frau  nicht Ärztin ist, sind ihre Möglichkeiten begrenzt. So darf sie z.B. keine gynäkologischen Untersuchungen machen. Sie versuchte mit Tipps beizustehen und machte, was sie konnte. Mit den Dilatoren kam ich nicht vorwärts, Tampon einführen war trotz mühsamem Üben nicht möglich. Schwierig für mich war, dass ich immer wieder neue Hausaufgaben bekam, die die Frau dann doch nicht kontrollierte. Ich musste Tagebuch schreiben, Bilder zeichnen, Dilatoren in verschiedenen Stellungen einführen, Bücher lesen. Ich hatte das Gefühl, nie genug zu machen. Das Üben zu Hause beanspruchte sehr viel Zeit und ich konnte die Dilatoren nur sehr langsam und mit grosser Konzentration und neu gelernter Atemtechnik einführen. Sobald ich einen Dilator einführen konnte, gingen wir zur nächsten Grösse. Die Grössen 1 und 2 musste ich nicht systematisch wieder einführen, bis sie mir keine Schmerzen mehr bereiteten und sich ein Automatismus entwickelte. Mein Mann fragte sich ernsthaft, wie wir je einmal ganz natürlich Geschlechtsverkehr haben könnten, wenn das Üben mit den Dilatoren so schwierig war. Eine meiner Ziele war zudem, dass ich durch die Therapie fähig werde, mich gynäkologisch problemlos untersuchen zu lassen. Bei dieser Therapeutin wäre gegen Ende der Therapie ein Besuch bei einer Gynäkologin geplant gewesen. Sie sagte mir aber wiederholt, dass ich mir nicht Sorgen machen solle. Heute könne man die Gynäkologin fragen, ob man selber das Spekulum einführen dürfe. Sie war der Ansicht, dass man so einen Arzt oder Ärztin überall findet. Ich weiss einfach, dass mein Gynäkologe sehr erstaunt wäre über so einen Vorschlag... Immer mehr bekam ich den Eindruck, dass ich in Basel nicht weiterkomme. Ich begann den Mut zu verlieren. Nach 3 Monaten war ich erschöpft und brach die Therapie ab. Die Frau zeigte sich sehr enttäuscht und schrieb mir: "Tatsache ist, dass du kurz vor dem erfolgreichen Abschluss nicht mehr weitermachen möchtest, was sehr schade ist."

 

Zusammen mit meinem Mann entschied ich, dass wir nun doch nach New York reisen! Als Erstes bestellte ich das Buch 'Private Pain - it's about life and not just sex...' und die DVD. Material, das ich sehr empfehle! Ganz verzweifelt fragte ich die 2 Ärztinnen an, ob sie einen Platz für mich haben. Es war Mitte Mai und ich bekam den Termin schon für Ende Juli! Ich war überglücklich! Trotzdem schien es für mich eine lange Wartezeit. Ich konnte meine Situation nicht mehr aushalten, ich wollte das Problem nun endlich loswerden! Das WTC gab mir die Telefonnummern von zwei deutschen Frauen, die dort gewesen waren .Ich rief die 2 an und stellte ihnen eine Menge Fragen. Die Gespräche und auch die Heilungsberichte ermutigten mich sehr. Trotzdem fühlte ich mich sehr unsicher und hatte Angst, dass die Therapie ausgerechnet bei mir nicht funktionieren wird!

In der Zeit, die mir bis Ende Juli blieb, musste ich hart an meinem Englisch arbeiten, damit ich einigermassen fähig sein würde, Gespräche zu führen. Der Tag der Abreise kam und wir waren beide in freudiger Erwartung, aufgeregt, auch nervös und auch nicht sicher, ob wir vielleicht nicht doch enttäuscht würden.

Am Montag lernten wir die 2 Ärztinnen, Frau Ditza Katz und Frau Ross Tabisel, kennen.

Am ersten Tag ging es ums gegenseitige Kennenlernen. Ich erzählte noch einiges über meine Vaginismusgeschichte. In der restlichen Zeit erhielten wir viele Informationen über New York und Umgebung. Den Ärztinnen ist es wichtig, dass es in den 2 Wochen nicht nur um die Heilung des Vaginismus geht, sondern, dass man auch etwas von New York und Long Island sieht und Spass hat. So versorgten sie uns schon am ersten Tag mit Strandstühlen, vielen Anweisungen wie wir Restaurants, Shops, Sehenswürdigkeiten, Mini-Golf Anlagen und Strände finden können. Am zweiten Tag begann die eigentliche Therapie. Eine Ärztin zeigte mir mit einem Spiegel meine Genitalien und erklärte sie mir. Dann probierte sie Schritt für Schritt einen Finger einzuführen. Dabei kamen in mir Ängste und Widerstände hoch, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich wollte mich nicht berühren lassen und weinte. Die Ärztinnen sagten mir, dass ich irgendwo in mir eine Portion Kraft und Energie finden muss, die stärker ist als die Angst. Die Wut und der Ärger über den Vaginismus müssen stärker werden als die Angst. Nach einer ersten heftigen Krise war das Einführen des Fingers am Mittwoch dann erstmals möglich und wir konnten mit den Dilatoren beginnen .

Mit der Zeit begann ich den Ärztinnen zu glauben und ich verstand, dass mit meiner Vagina wirklich alles in Ordnung ist. Es ist nur die Angst, die die Schmerzen und das Zusammenziehen der Ringmuskeln verursacht. Durch das systematische Üben mit den Dilatoren und durch die Veränderung der eigenen Gedankenmuster werden die Ängste Schritt für Schritt entkräftet und überwunden. Das Einführen von Dilatoren ist ein neues ungewohntes Gefühl und war gewöhnungsbedürftig. Mich irritierte oft das Brennen und das unangenehme Gefühl, das ich Schmerz nannte. Gegen das Brennen trank ich viel Brennnesseltee und machte angenehme Bäder mit Lavendel. Diese Sachen gaben mir die Ärztinnen. Das unangenehme Gefühl, das ich als Schmerz empfand, liess immer mehr nach. Tagtäglich erlebte ich, dass ich immer problemloser die Dilatoren einführen konnte und meine Vagina tadellos funktioniert. In den 2 Wochen arbeiteten wir viel mit den Begriffen Cinzia 1 und Cinzia 2. Die erste Cinzia ist mutig, arbeitet, kämpft und bestimmt über sich selbst. Cinzia 2 hat Angst. Sobald etwas unangenehm ist und weh tut, blockiert sie. Sie wird von ihren Ängsten bestimmt, zweifelt an sich selbst und resigniert schnell. Ich lernte, diese 2 Zustände bewusst zu unterscheiden. Das war meine grosse Arbeit! Die Cinzia 2 war sehr stark! Obwohl ich gute Momente erlebte und immer grössere Dilatoren einführen konnte, fiel ich wieder in alte Ängste und Muster zurück. So machte ich viele Krisen durch und wusste nach einer Woche noch nicht, ob das bei mir wirklich gut kommt. Ich bin tief beeindruckt über die Art und Weise, wie Ditza und Ross mit mir gearbeitet haben. Oft mussten sie mir gegenüber sehr bestimmt und streng auftreten, damit ich nicht aufgab. Dank ihrer grossen Erfahrung und Kompetenz halfen sie mir, die geschwächten Kräfte in mir zu mobilisieren, damit ich kämpfte und wieder an mich glaubte. Es ist nicht so, dass die Vagina mit mir macht was sie will. Ich bin Herrin in meinem Haus und besitze und bestimme über meine Vagina. Ich hoffe, man versteht dieses Bild. Es passiert wirklich alles im Kopf. Schlussendlich ist es die Kombination von systematischem Üben und der Veränderung des eigenen Selbstbildnis, die den erstaunlichen Erfolg ausmachen. Irgendmal in der 2. Woche machte es bei mir definitiv klick. Wir übten viele Male die gynäkologische Untersuchung. Von Mal zu Mal wurde es einfacher, dass ich es selbst fast nicht glauben konnte. Auch war es kein Problem mehr, wenn Ditza mir Dilatoren einführte. Ich konnte die Kontrolle abgeben. Und damit war ich bereit für Geschlechtsverkehr! Nach all den Jahren des Leidens und den damit verbundenen psychosomatischen Krankheitssymptomen war dieser Moment ein gewaltiger Triumpf!! Ich konnte mit meinem Mann schlafen! Es klappte wirklich! Ich war die glücklichste Frau der Welt!

Trotz meiner Krisen war ich nach 8 Tagen Therapie soweit, dass ich alles konnte, das heisst: Dilatoren einführen, Applikator einführen, Tampons einführen, Geschlechtsverkehr haben und gynäkologische Untersuchung.

Eine Woche nach meinem Rückflug bin ich zu meinem Gynäkologen gegangen und er hat die Welt nicht mehr verstanden, ich war absolut perfekt!!!! Es war nicht einmal unangehnem! Es war ein Kinderspiel. Früher schrie ich schon bevor er überhaupt versuchte, etwas einzuführen...

Jetzt sind schon zwei Monate vergangen und inzwischen ist viel passiert. Um den Erfolg zu feiern, hatten mein Mann und ich entschieden, unsere Flitterwochen nachzuholen. So haben wir 10 wunderbare Tage in Spanien verbracht.

Mir geht es ausgezeichnet und zusammenschlafen mit meinem Mann hat inzwischen auch an Spontanität gewonnen.

Ich kann nur sagen, dass im WTC zwei kompetente Ärztinnen arbeiten, die wirklich wissen, was sie machen und Vaginismus ist ihre Spezialität! Ich werde diese zwei wunderbaren Frauen nie vergessen, sie sind die wichtigsten in meinem Leben. Mit ihrer Hilfe konnte ich mich von meinem grössten und schwersten Problem befreien.

So eine Reise kostet viel Geld. Doch diese Reise ist von ihrem Wert unbezahlbar! Die 2 Frauen sind rund um die Uhr ansprechbar. Sie machen diese Arbeit mit so viel Herz wie ich es mir im Vornherein nie vorstellen konnte. Nur ein Beispiel: Ich erzählte, dass ich gerne Puzzles mache. Eines Tages kam Ross mit einem wunderschönen New Yorker Puzzle, das in der Nacht leuchtet und einer Puzzlematte, damit ich das Puzzle zurück in die Schweiz transportieren kann. Ich bin nicht nur von meinem Vaginismus geheilt. Nein, ich habe 2 Freundinnen fürs Leben gewonnen! Auch nach der Therapie werden sie immer für mich und meinen Mann da sein, wenn wir sie brauchen (auch eine andere Frau hat mir erzählt, dass das wirklich so ist). Der Preis für die Behandlung schien uns zuerst viel Geld. Nach der Therapie finde ich den Betrag sehr in Ordnung. Man bekommt von diesen 2 Frauen etwas mit ins Leben, das unbezahlbar ist. Sie haben meinem Mann und mir die Werkzeuge in die Hand gegeben, wie wir unser Leben glücklich leben können. Sie haben mich von meinem Vaginismus befreit und sie haben uns viel Mut gegeben, die Energie zu kämpfen, den Glauben an uns selbst zurückgegeben. Und das ist unbezahlbar!

Manchmal fragt man sich: Warum sind wir nicht schon früher nach New York gegangen? Ich glaube, dass es für jedes Ding den richtigen Zeitpunkt gibt oder anders gesagt: Alles hat seine Zeit. Damit die Therapie im WTC erfolgreich ist, muss man wirklich dafür bereit sein und sich darauf einlassen. Ohne die lange Leidensgeschichte und die Erfahrungen mit dem Sexuologen und dem Zentrum in Basel wäre ich nicht für New York bereit gewesen.

 

Mein Mann und ich sind überglücklich, ich kann nicht genug danke sagen! Jetzt hat ein neues Leben begonnen, deswegen haben wir diese Erfahrung "den Flug ins neue Leben" genannt!

 

Cinzia

 

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