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aktualisiert am 25.12.2010

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Erfolg im WTC 1

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Tina berichtet: Sieben Jahre lang habe ich mein „Problem“ bewusst mit mir herum geschleppt. Sieben Jahre, in denen es mir unmöglich war, Geschlechtsverkehr mit meinem Freund zu haben. Sechs Jahre davon habe ich nicht gewusst, dass es einen Namen hat, dieses Problem; dass ich nicht die einzige Frau auf der Welt bin, die es hat, und dass es Heilung gibt.

Als ich wieder einmal eine neue Frauenärztin aufsuchte, nachdem mir zwei davor gesagt hatten, bei mir sei alles normal und es läge an meiner Empfindlichkeit, gab sie diesem „Problem“ endlich einen Namen: Vaginismus. Das war es aber auch schon – viel mehr konnte sie mir darüber nicht sagen und empfahl mir, eine Psychotherapie zu machen.

Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, machte ich mich wie verrückt auf die Recherche. Nach Therapiemöglichkeiten, Literatur und Hilfsmittelchen. Bald war mir klar: Eine Psychotherapie kommt für mich nicht in Frage. Ich bin eine glückliche, junge Frau, habe weder schlechte Erfahrungen gemacht noch Angst vor meinem Körper und selbst ausgesprochen viel Spaß an Sex, auch wenn die Penetration gezwungenermaßen ausgeschlossen war.

Ich bestellte mir per Internet das Set „Amielle“, das vier unterschiedlich große Dilatoren enthält und fing an, mehr oder weniger regelmäßig damit zu üben. Irgendwann gelang es mir sogar, die drittgrößte Größe einzuführen. Wenn ich allerdings ein paar Tage mit den Übungen aussetzte, musste ich wieder mit der kleinsten Größe beginnen. Wie mich das frustrierte!

Bei meiner Suche im Internet stieß ich auf das englischsprachige Buch „Private Pain – Understanding Vaginismus & Dyspareunia“ von den New Yorker Ärztinnen Ditza Katz und Ross Lynn Tabisel. Ich bestellte es mir und verschlang die Lektüre innerhalb von zwei Tagen – diese zwei Ärztinnen schienen wirklich etwas von Vaginismus zu verstehen und schrieben in ihrem Buch, dass sie ein zweiwöchiges Intensiv-Programm für Vaginismus-Patientinnen entwickelt hätten, nach dem 95% dieser Frauen als geheilt entlassen werden konnten. Was für ein Wahnsinn, dachte ich mir, zwei lächerliche Wochen und eine solch viel versprechende Erfolgsquote.

Die Idee, für zwei Wochen nach New York zu fahren und diese Therapie zu machen, begeisterte mich und machte mir gleichzeitig Angst vor der eigenen Courage. Nach einigen Überlegungen machte ich schließlich den Termin mit den beiden Ärztinnen aus.

Da mein Freund beruflich sehr eingespannt war und mich nicht begleiten konnte, flog ich allein nach New York. Für mich, die ich sehr behütet aufgewachsen war, eher schüchtern und nicht allzu selbstständig, wenn es nicht sein musste, war das eine sehr wichtige und auch gute Erfahrung. Ditza und Ross gaben mir von Anfang an Unterstützung, halfen mir bei der Buchung meines Hotels und eines Mietwagens.

Das Women’s Therapy Center liegt etwas außerhalb von New York, mein Hotel war fünf Minuten mit dem Auto entfernt. Ich verbrachte täglich zwei bis vier Stunden im WTC, meist unterteilt in ein Meetings morgens und nachmittags.

Das erste Meeting mit Ditza und Ross war sehr entspannt, gedacht zum gegenseitigen Kennen lernen. Zwei Stunden redeten wir miteinander, über die „Geschichte“ meines Vaginismus, meinen privaten, familiären und beruflichen Hintergrund. Ich fand die beiden Ärztinnen auf Anhieb sympathisch. Sie schienen mir witzig, warmherzig und sehr interessiert – eine Vertrauen erweckende Mischung.

Schon beim zweiten Meeting am Nachmittag ging es ans Wesentliche: den Part, den Ditza und Ross „Bodywork“ nennen. Ich war erleichtert, dass es in der Praxis keinen angsteinflößenden gynäkologischen Stuhl, sondern nur eine einfache Liege gab. Während Ross meine kalten Hände hielt, zeigte mir Ditza mit einem Spiegel meinen Unterleib und machte mich mit allen Stellen und deren Benennung vertraut – ein Thema, mit dem ich mich zuvor niemals intensiv auseinandergesetzt hatte. Jetzt, wo ich wusste, wo alles war, verlor „das da unten“ ein wenig an Bedrohlichkeit.

Die Therapie sollte fünf Schritte umfassen: der erste war, einen Finger einzuführen, der zweite, einen Tampon, der dritte einen Applikator, der vierte eine gynäkologische Untersuchung und der letzte schließlich Geschlechtsverkehr – mein großes Ziel. Um dahin zu gelangen, zeigten mir Ditza und Ross Übungen mit Dilatoren. Der erste war noch recht moderat in der Größe, die folgenden Tage bekam ich kontinuierlich größere.

Das war harte Arbeit und kostete jeden Tag neue Überwindung. Die erste Woche war ich fix und fertig. Ich übte jeden Tag in der Praxis. Wenn es mit einer neuen Größe funktionierte, ließen mich Ditza und Ross dabei allein. Morgens und Abends hatte ich „Homework“ auf und wiederholte die Übungen allein in meinem Hotelzimmer. Hinterher sollte ich Ross anrufen, um zu berichten, wie es gelaufen war. Diese professionelle Anleitung war für mich enorm wichtig. Ich wusste, dass die beiden mir jederzeit zur Seite stehen würden, falls es Probleme gab. Sie waren wie zwei Cheerleader, die mich immer wieder zu „Höchstleistungen“ – einer neuen Größe antrieben.

Die erste Woche hatte ich das auch bitter nötig. Ich hatte mir gedacht, dass die Therapie kein Spaziergang würde, trotzdem hatte ich viele Tiefs zu überwinden. Durch die Trainingsintensität war meine Vagina sehr strapaziert und ein wenig wund. Glücklicherweise hatte ich im WTC eine Texanerin kennen gelernt, die ebenfalls das Programm absolvierte und schon eine Woche weiter war als ich. Die Gespräche mit ihr halfen mir sehr. Sie versicherte mir, bei ihr sei es genauso gewesen, doch nach einer Woche hätten sich die Schmerzen in Luft aufgelöst. Durch ihre lieben hielt ich mich wacker und glaubte fest daran, dass es bei mir genauso sein würde.

Und so war es auch. Eine Woche nachdem ich die Therapie begonnen hatte, übte ich mit einem Dilator in „Echtgröße“ und das Wundsein war verschwunden. Die Übungen fühlten sich zwar noch immer nicht angenehm an. Aber als es der Texanerin zu diesem Zeitpunkt gelang, tatsächlich schmerzlosen Geschlechtsverkehr mit ihrem Mann zu haben und sie mir versicherte, der echte Penis würde sich tausendmal besser, angenehmer und weicher als der alberne Dilator anfühlen, war ich ungeheuer beruhigt. „Und weißt Du was, es macht sogar richtig Spaß!“, strahlte mich die Texanerin nach wenigen Tagen an.

Wenn mein Freund da gewesen wäre, hätte ich ebenfalls schon nach einer Woche mit ihm schlafen können, versicherten mir Ditza und Ross. Ich mochte es noch nicht so ganz glauben, hatte aber eine hoffnungsvolle Ahnung. Den Klick in meinem Kopf gab es, als ich eines Abends in meinem Hotelzimmer in der Badewanne lag und mir dachte: Wie kann ich bloß herausfinden, ob ich den Vaginismus wirklich los bin? Vorsichtig führte ich einen Finger ein – und da war das Wunder: kein Schmerz. Der Ringmuskel, den ich vorher immer so schmerzvoll spürte, wenn ich mit dem Finger daran stieß, gab keinen Mucks mehr von sich. Es tat nicht mehr weh! Selbst, wenn ich den Finger hin und her bewegte. Wahnsinn!

Den Rest der Woche brachten mir Ditza und Ross bei, Tampons zu benutzen – was für ein Komfort! Ich platzte fast vor Stolz, als ich im Drugstore vorm Tamponregal stand, mir wie ein Kind im Bonbonladen vorkam und mein erstes Päckchen zur Kasse trug.

Dann übten Ditza und Ross mit mir die gynäkologische Untersuchung: Das Einführen des Spekulums, das für mich bis dato sehr unangenehm gewesen war, den Gebärmutterabstrich sowie das Abtasten mit dem Finger. Alles kein Problem mehr!

Nach zwei Wochen machte ich mich auf den Heimflug, euphorisch, etwas nervös, aber mit der inneren Sicherheit, dass es klappen würde. Mein Freund holte mich vom Flughafen ab, und als wir zu Hause waren und uns küssten, schossen mir Glückshormone durch den Kopf bei dem Gedanken, dass ich nun eine wesentliche Möglichkeit in meinem Leben mehr hatte, dass wir, wenn wir es wollten, jetzt tatsächlich „richtigen“ Sex haben konnten. Auf diese Möglichkeit hatte ich so lange gewartet.

Es funktionierte. Es war so viel einfacher, als ich gedacht hatte. Ich hatte nicht mal den Anflug von Schmerzen. „Das ist es? Das hat mir die ganzen Jahre so viel Stress bereitet?“, dachte ich bei mir. Ich bin geheilt. Komplett. Und wenn ich die Kürze der Therapie in Relation mit der ewig langen Leidenszeit setze, ist es für mich immer noch wie ein Wunder.

Den Erfolg der Therapie mache ich an mehreren Dingen fest. Zum einen war da meine enorme Motivation, mein Problem endlich anzupacken. Das war mein Motor und ermöglichte es, den ganzen Stress und die harte Arbeit auf mich zu nehmen.

Zum zweiten habe ich persönlich diese professionelle Anleitung sehr stark gebraucht. An die Hand genommen zu werden und zu wissen: diese beiden Ärztinnen sind Experten auf diesem Gebiet und wissen, was sie tun – schließlich hatten sie zu dem Zeitpunkt, als ich die Therapie machte, schon an die 250 Patientinnen geheilt.

Zum dritten waren es Ditza und Ross selbst, die mich so motiviert und inspiriert haben, ich mich immer aufgehoben gefühlt habe. Sie haben mich rundum betreut, nicht nur was den Vaginismus angeht, sie haben mich abends und am Wochenende angerufen und gefragt, ob ich mich nicht zu allein fühle, haben mir geniale Shopping-Tipps für New York gegeben und mir andere Vaginismus-Patientinnen vorgestellt, mit denen ich oft abends aus war und zu denen ich heute noch E-mail-Kontakt habe – der Austausch mit ihnen war während der Therapie enorm wohltuend für mich.

Ich fühle mich heute glücklich und um ein großes Problem erleichtert. Die Therapie in New York hat meinem Selbstbewusstsein einen großen Schub verliehen. Außerdem bin ich um eine wesentliche Möglichkeit in meinem Leben reicher, die für mich immer einen unschätzbaren Wert haben wird. Die Möglichkeit, schmerzlosen Geschlechtsverkehr zu haben, wird für mich immer das größte Geschenk bleiben.

 

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